Wer Anspruch hat
Der Anspruch besteht, wenn zwei Bedingungen zusammenkommen: Sie können den Haushalt wegen der Schwangerschaft oder nach der Entbindung nicht weiterführen, und niemand, der mit Ihnen im Haushalt lebt, kann das übernehmen. Beides hält die ärztliche Bescheinigung fest.
Der zweite Punkt ist der, an dem Anträge am häufigsten scheitern. Als möglicher Ersatz gilt jede erwachsene Person im Haushalt, also auch der Partner. Arbeitet er in Vollzeit oder hat er keinen Urlaub mehr, ist das ein Grund, warum er nicht einspringen kann. Das gehört so in den Antrag hinein, sonst lehnt die Kasse ab.
Der Anspruch gilt nicht erst nach der Geburt. Er greift schon während der Schwangerschaft — und dafür braucht es keine Komplikationen. Entscheidend ist allein, dass Sie den Haushalt deshalb nicht führen können, etwa weil Ihnen Schonung verordnet wurde.
Wie lange die Krankenkasse zahlt
Für die Haushaltshilfe wegen Schwangerschaft und Entbindung gibt es keine gesetzliche Höchstdauer. Die oft genannten vier oder 26 Wochen stammen aus dem Krankheitsfall nach § 38 SGB V und gelten hier nicht.
Maßgeblich ist die ärztliche Bescheinigung: Sie hält fest, warum und wie lange Sie den Haushalt nicht führen können. Wird der Zeitraum knapp bemessen und Sie brauchen länger Unterstützung, lässt sich die Bescheinigung verlängern und die Bewilligung fortschreiben. Warten Sie damit nicht bis zum letzten Tag — beantragen Sie die Verlängerung, solange die laufende Bewilligung noch gilt.
Manche Kassen regeln in ihrer Satzung zusätzliche Leistungen rund um Geburt und Familie. Was für Ihre Kasse gilt, fragen wir vor dem Antrag für Sie ab.
- keine Gesetzliche Höchstdauer
- die ärztliche Bescheinigung Maßgeblich ist
- 0 € Ihr Eigenanteil
Was die Haushaltshilfe übernimmt
Die Haushaltshilfe führt den Haushalt weiter, so wie Sie es tun würden. Dazu gehört ausdrücklich auch die Betreuung der Kinder.
- Einkaufen und Kochen
- Wäsche waschen, Aufräumen und Reinigung
- Betreuung der Geschwisterkinder zuhause
- Kinder in Kita und Schule bringen und abholen
- Organisation des Alltags
Haushaltshilfe beantragen: so geht es richtig
Beantragen Sie früh. Der beste Zeitpunkt ist vor der Geburt, spätestens beim ersten Anzeichen, dass es zuhause nicht allein geht. Zwischen Antrag und Kostenzusage vergehen oft ein bis zwei Wochen.
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Ärztliche Bescheinigung besorgen
Ihre Frauenärztin, Ihr Arzt oder die Klinik bescheinigt, warum und wie lange Sie den Haushalt nicht führen können. Bei einem Kaiserschnitt oder Komplikationen lässt sich das direkt bei der Entlassung erledigen.
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Antrag bei der Krankenkasse stellen
Reichen Sie die Bescheinigung mit dem Antragsformular Ihrer Kasse ein. Begründen Sie ausdrücklich, warum niemand im Haushalt einspringen kann.
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Anbieter benennen
Die Kasse braucht einen Anbieter, mit dem sie abrechnet. Nennen Sie uns als Leistungserbringer, dann klären wir die Kostenzusage direkt mit Ihrer Kasse.
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Start der Haushaltshilfe
Sobald die Zusage vorliegt, stellen wir die Hilfskraft. In der Regel geht es innerhalb weniger Tage los.
Was die Haushaltshilfe kostet
Bei bewilligter Kostenübernahme zahlen Sie nichts. Die Zuzahlung von zehn Prozent pro Tag, die viele von anderen Leistungen der Krankenkasse kennen, ist für die Haushaltshilfe wegen Schwangerschaft und Entbindung nicht vorgesehen: Die Kasse trägt die anerkannten Kosten vollständig. Wir rechnen direkt mit ihr ab, Sie legen nichts aus.
Anders liegt der Fall, wenn die Haushaltshilfe nicht wegen der Geburt nötig wird, sondern wegen einer Krankheit oder nach einer Operation — etwa Monate später. Dann gilt § 38 SGB V mit seinen Wochengrenzen und mit der gesetzlichen Zuzahlung von fünf bis zehn Euro pro Tag. Welcher der beiden Wege für Sie gilt, ordnen wir vorab ein.
Wenn die Krankenkasse ablehnt
Ablehnungen sind häufiger, als sie sein müssten, und in vielen Fällen liegt es an der Begründung im Antrag, nicht am fehlenden Anspruch. Der mit Abstand häufigste Ablehnungsgrund lautet, es lebe eine erwachsene Person im Haushalt, die den Haushalt führen könne.
Gegen diesen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Ein formloses Schreiben genügt zunächst. Legen Sie darin konkret dar, warum die andere Person tatsächlich nicht einspringen kann: Vollzeittätigkeit mit nachweisbaren Arbeitszeiten, kein verfügbarer Resturlaub, Schichtdienst oder eigene gesundheitliche Einschränkungen. Eine Bescheinigung des Arbeitgebers wirkt dabei oft Wunder.
Zweithäufigster Grund ist eine unzureichende ärztliche Bescheinigung. Steht dort nur eine Diagnose, aber nicht, welche konkreten Tätigkeiten Ihnen deshalb unmöglich sind, fehlt der Kasse die Grundlage. Lassen Sie die Bescheinigung in diesem Fall präzisieren und reichen Sie sie nach.
Wer zu Ihnen nach Hause kommt
Sie bekommen eine feste Hilfskraft, die Sie und Ihren Haushalt kennenlernt, keine wechselnden Personen. Gerade mit einem Neugeborenen im Haus ist das entscheidend: Niemand möchte in dieser Phase jede Woche jemand Neues in der Wohnung haben.
Unsere Kräfte sind sozialversicherungspflichtig angestellt, haftpflichtversichert und legen ein erweitertes Führungszeugnis vor, wenn sie Kinder betreuen. Vor dem ersten Einsatz besprechen wir mit Ihnen, was gebraucht wird und was ausdrücklich nicht: Manche Familien möchten Unterstützung nur im Haushalt, andere vor allem bei den Geschwisterkindern.
Die Einsatzzeiten richten sich nach Ihrem Alltag. In der Regel sind es zwei bis drei Stunden an mehreren Tagen pro Woche, verteilt so, dass sie zu Schlaf- und Stillrhythmus passen.